Welche Klimabedingungen sind für die Teepflanze wichtig?

Verfasst am Montag, 5. November 2007

Es ist wieder die Zeit! Die Zeit für die wärmende Tasse Tee, sich zu entspannen! Zeit auch, sich einmal mit dem Thema Tee auseinander zu setzen. Denn von der Teepflanze bis zum fertigen Tee ist es ein spannender Prozess.

Besonderes Augenmerk legen die Teebauern auf die klimatischen Bedingungen. Gute Klimabedingungen tragen entscheidend zum guten Geschmack des Tees bei. Auch die hohe Qualität von einem Tee hängt mit dem Klima zusammen.

Foto: Welche Klimabedingungen sind für die Teepflanze wichtig?
Teegarten in Darjeeling | © teeverband.de

Welche Klimabedingungen sind denn nun nötig, um qualitativ hochwertigen und geschmacklich ausgereiften Tee zu gewinnen? Zum einen muss man sich einmal mit der empfindlichen Teepflanze beschäftigen. Um ihr zu einem optimalen Wachstum zu verhelfen, müssen auch die Klimabedingungen entsprechend sein. Die Teepflanze benötigt im Allgemeinen viel Wärme. Natürlich gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Pflanzenarten. So benötigt die Chinapflanze weniger Wärme, als die Assampflanze. Widerstandsfähiger ist da die Kreuzung aus der Chinapflanze und der Assampflanze, genannt Assam-Hybride. Diese Pflanze gedeiht unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen.

Im Allgemeinen benötigen die Teepflanzen neben ausreichender Wärme auch verhältnismäßig viel Feuchtigkeit. Die Niederschläge sollten aber gleichmäßig über das Jahr verteilt sein. Eine sehr hohe Feuchtigkeitskonzentration ist deshalb nicht gut, weil die empfindlichen Pflanzen keine Staunässe vertragen. Darin unterscheiden sich die verschiedenen Arten nicht so sehr.

Ebenso wichtig, wie ausreichender Niederschlag, ist die Sonnenbestrahlung. Mindestens vier Stunden am Tag sollte die Sonne auf die empfindlichen Pflanzen scheinen.

Für eine ertragreiche Ernte von Teeblättern ist eine hohe Luftfeuchtigkeit außerdem wichtig.

Die Erforschung der Klimabedingungen für Teepflanzen hat ergeben, dass sie am besten gedeihen bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 18 bis 30°C. Temperaturen, die darunter oder darüber liegen, machen eine Teekultur unmöglich. Das macht es auch so schwierig, die Teepflanze in Europa außerhalb von Gewächshäusern anzubauen. Ein interessantes Ergebnis im Zusammenhang mit der Erforschung der optimalen Klimabedingungen für Teepflanzen ist, dass die Entwicklung der Sprossen in linearer Beziehung zu den Temperaturen liegt.

Wenn man sich alle diese Klimabedingungen ansieht, dann könnte man doch einfach eine Teepflanze in der Sonne anpflanzen, sie regelmäßig bewässern und aufpassen, dass sie nicht zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Ganz so einfach ist es aber nicht. Die Teepflanzen vertragen nämlich keine starke direkte Sonneneinstrahlung und - wie schon erwähnt - auch keine Staunässe. Somit findet man Teeplantagen vorwiegend an Hängen. Zudem sieht man häufig auch Schatten spendende Bäume in diesen Plantagen, deren herabfallende Blätter beispielsweise, auch die Humusbildung fördern. Zudem dienen sie als Windschutz. Diese Bäume bieten auch Vögeln und anderen Schädlingsvertilgern Unterschlupf.

Die Beschäftigung mit dem komplizierten Thema der optimalen Klimabedingungen hat gezeigt, dass Tee eben nicht einfach nur Tee ist, sondern erst durch ganz viele Faktoren zu dem wird, was er ist.