Tibetische Teekultur

Verfasst am Dienstag, 5. August 2008

Tee ist in Tibet seit der Mitte des 7. Jahrhunderts bekannt. Die Einführung des Tees in Tibet wird der chinesischen Prinzessin Wen Cheng zugeschrieben, die im Jahre 641 als Ehefrau von Songtsen Gampo nach Tibet kam. Es entwickelte sich ein reger Handel zwischen Tibet und China, so dass sich das Teetrinken in allen Bevölkerungsschichten verbreitete. Eine große Rolle bei der Verbreitung spielten die buddhistischen Mönche, die den Tee bei der Meditation verwenden. Die Mönche betrachten den Tee als ein Geschenk Buddhas, weswegen Tee als heiliges Getränk gilt.

Die meisten Tibeter trinken ihren Tee als eine Art dünne Brühe, dem sogenannten Buttertee. Das Getränk ist äußerst nahrhaft und wärmend, weswegen sich diese Art der Zubereitung vor allem in Regionen mit extremem Klima verbreitet hat. Dazu gehören neben Tibet auch Nepal und die Mongolei.

Die Zubereitung von Tee mit losen Blättern ist in Tibet nicht sehr verbreitet, statt dessen verwendet man sogenannte Teeziegel. Diese Form stammt ursprünglich aus China und die Ziegel werden heute vor allem in Yunnan und Sichuan hergestellt. Für die Zubreitung wird ein kleiner Teil des Ziegels in einem Mörser zu Pulver zermahlen und dann in einen Kessel mit heißem Wasser gegeben. In diesem Kessel lässt man den Tee jetzt längere Zeit köcheln, so dass ein Teekonzentrat entsteht. Dieses Konzentrat wird dann mit Yakbutter verdünnt und mit Salz abgeschmeckt. Anschließend gibt man den Tee in hohe Holzeimer und rührt ihn gut durch, damit sich die Zutaten vermischen.

Tee wird in Tibet zu allen Gelegenheiten gereicht. Der durchschnittliche Tibeter trinkt etwa fünf bis sechs Mal am Tag Buttertee. Gäste werden grundsätzlich mit Buttertee bewirtet. Ein guter Gastgeber wird nachschenken, sobald die Teeschale seines Gastes nicht mehr mindestens zur Hälfte gefüllt ist. Ein höflicher Gast wird seine Schale auch nicht mehr als zur Hälfte leeren, um den Gastgeber nicht zu beschämen. Erst beim Abschied wird die Schale in einem Zug geleert. Außerdem gehört es zum guten Ton, den Geschmack und die Qualität des Tees zu loben.

In den Regionen, in denen die Menschen Viehzucht betreiben, wird statt Buttertee häufig Milchtee getrunken. Hierzu wird Tee mit Milch und Zucker aufgekocht.

Das gemeinsame Trinken von Tee ist für den Tibeter ein Ausdruck von Freundschaft, Verehrung und Glück. Es gibt kein Fest und keinen Anlass, zu denen in dieser Region kein Tee getrunken wird.

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