Teetrinken in England

Verfasst am Dienstag, 24. Juni 2008

Denkt man an England, denkt man zwangsläufig auch an Tee. Der "five o'clock tea" ist legendär und für viele Briten auch heute noch ein Muss. Bei ihrem "high tea", wie der Fünf-Uhr-Tee auch genannt wird, gehen die Briten keine Kompromisse ein. Da sie ihre Teetradition seit über 200 Jahren pflegen, wird es wohl kaum jemanden wundern, dass vom Aufguss bis hin zu den Beilagen alles streng geregelt ist.

Durch seine Kolonien kam England erstmal in Kontakt mit dem Tee. Bald erfreute sich das Getränk in den adligen Kreisen großer Beliebtheit und musste auf dem gefahrvollen Seeweg nach England gebracht werden. Zu dieser Zeit war die Teezeremonie mit einer strengen Ettikette belegt. Ganz so streng sieht man es heute nicht mehr, ein paar wissenswerte Dinge sollte man sich trotzdem merken.

Los geht es mit dem Anwärmen der Teekanne. Zuerst wird immer ein bisschen kochendes Wasser hinein geschüttet. Dieses Wasser wird wieder ausgeschüttet, bevor es mit der Zubereitung weiter geht. Stilecht wird das Wasser kurz in einem Teekessel aufgekocht. Lässt man das Teewasser kurz sprudelnd kochen, setzen sich Feststoffe im Wasser als Kesselstein ab und man bekommt weniger Teebeläge. Durch die zunehmende Verwendung von Wasserkochern, die abschalten, sobald das Wasser siedet, entfällt dieser Effekt.

Bei der Auswahl der Teesorten bevorzugen die Briten fein-herbe Schwarze Tees aus Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) oder aromatische Sorten aus Indien wie zum Beispiel Schwarzer Assam Tee oder Schwarzer Darjeeling Tee. Ein weiterer Klassiker aus England ist der Earl Grey Tee mit Bergamotte Geschmack, dessen frisches zitroniges Aroma belebend wirkt.

Pro Tasse nimmt der Engländer einen Teelöffel Tee zuzüglich eines Löffels für die Teekanne. Man lässt den Tee 3-5 Minuten ziehen. Die Teeblätter werden anschließend entweder entfernt oder in der Teekanne gelassen. Ist letzteres der Fall, wird der sehr intensive Tee mit heißem Wasser verdünnt.

Unverzichtbare Zutat für den englischen Tee ist außerdem die leicht angewärmte, fetthaltige Kuhmilch. Sie wird gemäß des "milk first"-Prinzips zuerst in die Teetasse gegeben, dann erst wird der Tee eingegossen. Dieser Brauch entstand vermutlich um zu verhinderen, dass die sehr dünnen und feinen Porzellantassen, die damals vom Adel verwendet wurden, beim eingießen des Tees sprangen.

Ein typisches Gebäck zum Tee sind Scones, weiches Weizengebäck, das mit Butter und Marmelade gegessen wird. Teilweise werden auch Muffins, Törtchen oder Konfekt gereicht. Wer es lieber deftig mag, serviert Sandwiches zum Tee.

Auch wenn der englische "five o'clock tea" nicht mehr so zelebriert wird wie in früherer Zeit, so verzichtet auch heute kaum ein Engländer auf seine Tasse Tee am Nachmittag. In vielen englischen Restaurants und Clubs kann man aber auch heute noch einen richtigen "five o'clock tea" erleben. Das macht sie auch heute noch zu einer der größten Teetrinker-Nationen der Welt.

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Kommentare

1 Artikel

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Laura 22. Juli 2008

Ich war auf den Färöer Inseln, und konnte beobachten, dass diese “Wikinger” genau das gleiche Teeverhalten, wie die Engländer haben. Da werden auch nur strke und dunkle Teesorten bevorzugt. Ich bin eher für die Fruchtvariante.
Ich wünsche viel Erfolg weiter!
Beste Grüsse von einer “Tee-Kollegin”

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