Tees und Kräuter in der Ayurveda

Verfasst am Donnerstag, 27. November 2008

Der Begriff Ayurveda kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Das Wissen vom Leben" und beschreibt die traditionelle indische Heilkunst, welche dort seit über 5000 Jahren praktiziert wird.

Ayurvedische Tees basieren auf Rezepten der ganzheitlichen und traditionellen Naturheilmethode der Ayurveda.
Diese Teespezialitäten bestehen aus Beeren, Samen, getrockneten Rinden, Wurzeln und Gewürzen. Die beliebtesten Gewürze sind Zimtstangen, Ingwer, Stevia, Süßholzstangen, Nelken, Kardamom, Alantwurzel, Rosenblüten, Vogelknöterichkraut, Zuckergras und langer Pfeffer.

Die Wirkungsweise der Kräuter ist je nach Rezept sehr unterschiedlich und reicht von ausgleichend und beruhigend bis hin zu anregend und belebend.

Da die meisten ayurvedischen Kräuter Tees kein Koffein enthalten, sind sie eine gesunde Alternative zu Schwarzem Tee und Kaffee und auch für Kinder sehr bekömmlich.
Die bekannteste Mischung im westlichen Kulturkreis ist der Yogi-Tee. Dieser besteht aus einer Mischung aus Zimt, Ingwer, Pfeffer, Kardamon und Nelken und Schwarzem Tee. Sein Name geht auf den Arzt Yogi Bhajan zurück.

Herkunft der Kräuter:
Alle Zutaten für einen ayurvedischen Tee stammen grundsätzlich aus biologischem Anbau oder werden in der unberührten Natur gesammelt.
Auf der Insel Sumatra, genauer in der Region Kerinci, liegt das Hauptanbaugebiet der indonesischen Zimtbäume und von dort stammt auch die im Tee verwendete Zimtrinde. Die Kakaoschalen und Gewürze werden in Anbauprojekten der Gepa, einer Organisation für fairen Handel mit Partnern in der Dritten Welt, angebaut. Durch diese Anbauprojekte erhalten die Landwirte aus Sri Lanka und Bolivien für ihre Erzeugnisse eine Entlohnung, die nicht von den Schwankungen des Weltmarktpreises abhängig ist. Auf diese Weise wird ein sicheres Grundeinkommen und somit auch eine Verbesserung der gesellschaftlichen Lebensbedingungen garantiert.

Grundlage:
Die ayurvedischen Teemischungen basieren in der Zusammensetzung ihrer Rezepturen auf den Erkenntnissen der traditionellen indischen Kräuterheilkunde. Nach dieser sind die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther die Bausteine aller Lebensformen. Aus der Zusammensetzung dieser grundlegenden Elemente entstehen die Doshas, die drei Konstitutionstypen:
Vata, die Kombination von Äther und Luft, verkörpert das Prinzip der Bewegung und der Dynamik. Vata-Typen sind athletische und bewegliche Menschen. Ein Übermaß an Vata lässt aber die Haut trocken erscheinen und kann sich außerdem durch Nervosiität und motorische Unruhe äußern, auch Muskel- und Nervenschmerzen treten gehäuft auf. Majoran, Thymian und Sesam sind die Kräuter der Wahl des Vata-Menschen.
Pitta, also die Mischung aus Wasser und Feuer, steht für das Prinzip der Transformation und des Stoffwechsels, Pitta-Typen sind aktive und drahtige Menschen. Ein Zuviel an Pitta äußert sich in akuten Entzündungen und Konzentrationsmangel. Da Pitta ein Element des Feuers ist, nimmt es besonders im Sommer überhand und führt zu Gereizthei, Schlaflosigkeit und einer erhöhten anfälligkeit für Allergien und Entzündungen. Hier kann man mit den Kräutern Melissenblätter, Fenchelsamen und Pfefferminzblätter gegenwirken.
Kapha, die Kombination von Erde und Wasser, verkörpert das Prinzip der Struktur. Der Kapha-Typ ist ein ruhiger Mensch. Ein Zuviel an Kapha beeinträchtigt allerdings die Verdauung und kann sich auch in Form einer Depression zeigen. Grade im Winter entwickeln viele Menschen einen Kapha-Überschuss, da dieses durch die kalten Temperaturen, den Sonnenlichtmangel und das besonders mächtige Essen gesteigert wird. Um diesem entgegenzuwirken hat sich der Verzehr von den Kräutern Ingwer, Basilikum, Nelken, Zimt, Bockshornklee und Dill bewährt.

Dieser Artikel von uns erschien im Januar 2009 in Catherine Lifestyle Magazin.