Teeblattgrade - ein Beutel voller Tips?

Verfasst am Dienstag, 18. September 2007

Tee-Blattgrade, was muss man sich darunter vorstellen? Die Tees haben unterschiedliche Blattgrade, die etwas über die Qualität eines Tees aussagen. Diese Blattgrade werden durch Größe, Zahl und Alter, der von einem Trieb verwendeten Blätter bestimmt.

Es gibt vier generelle Unterscheidungen beim Tee. Da gibt es einmal die Blatt-Tees (Pekoe). Blatt-Tees werden aus dünnen und drahtigen Blättern gewonnen. Sie besitzen sogenannte "Tips". Tips sind die Blattspitzen. Sie sind im Tee auch zu erkennen und zwar als hellbraune, manchmal auch goldene Teilchen. Weil sie weniger Gerbstoffe besitzen, färben sie sich beim Fermentieren nicht dunkel. Es folgen die Broken-Tees (Broken Pekoe).

Bei den Broken-Tees werden die kleinblättrigen Triebe mechanisch zerkleinert. Und zwar durch mehrmaliges Rollen. Diese Tees sind sehr ergiebig und haben eine kurze Ziehzeit. Selbstverständlich findet man auch in Broken-Tees Tips.

Dann gibt es noch Fannings und Dust, wobei die beim Sieben anfallenden Blattteilchen, ohne Stängel und Rippen, Fannings genannt werden und Dust, die feinste Sortierung überhaupt ist. Kurz gesagt: Diese beiden bleiben nach dem Aussieben der Broken- und Blatt-Tees übrig, sind kräftig, färben schnell und sind vor allem sehr ergiebig. Daher werden sie meist für Teebeutel genutzt. Die Aromen der unterschiedlichen Tees reichen von leicht und aromatisch beim Blatt-Tee, über kräftig und dunkler in der Farbe beim Broken-Tee, bis hin zu kräftig und herb bei den Fannings und Dust.

Für die Sortierung des Blatt-Tees und auch des Broken-Tees gibt es festgelegte Standards. Sie orientieren sich an denen, die für Schwarztee festgelegt sind. So wird der feinste Sortierungsgrad für Blatt-Tees Flowery Orange Pekoe (FOP) genannt. Dadurch, dass beim Pflücken das jüngste Blatt kurz vor dem Aufblühen verwendet wird, hat er ein blumiges, aber auch zartes Aroma. Wenn dann noch viele Blattspitzen im Tee enthalten sind, dann spricht man von Tippy. Diese Blattspitzen haben wenig Gerbstoffe. So kommt es, dass die helle Farbe beim Aufguss beibehalten wird.

Den nächsten Sortierungsgrad nennt man Orange Pekoe (OP). Hierbei sind die im Tee enthaltenen Blätter länger als beim FOP. Zusätzlich zur Blattknospe wird beim OP auch das nächste Blatt gepflückt. Der Gerbstoffgehalt im Tee ist immer noch gering. Allerdings ist das Aroma kräftiger als beim FOP. Nicht-Teekenner werden sich fragen, warum dieser Tee "Orange" Pekoe heißt? Vermutlich ist es eine Ableitung aus dem niederländischen Königshaus (Oranien). Pekoe bedeutet Blatt, so dass die Vermutung nahe liegt, dass 'königliches Blatt' gemeint sein könnte. Eine andere Möglichkeit wäre aber auch die Ableitung aus dem Malaischen. Da steht 'orang' für 'groß'. Die nach dem Orange Pekoe folgende Qualitätsstufe bezeichnet man als Pekoe (P). Bei dieser Pflückung werden nur die drei jüngsten Blätter gepflückt. Abgeleitet ist der Name Pekoe vom chinesischen Wort 'pakho'. Das bedeutet so viel wie 'weißer Flaum'. Auch die Wirkweisen der Tees sind sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zu den bisher erläuterten Qualitätsstufen haben der Pekoe Souchong (PS) und der Souchong (S) eine beruhigende Wirkung. Sie kommt durch die weniger im Tee enthaltenen Gerbstoffe zustande. In ihnen enthalten sind auch das 4. bis 6. Blatt der geernteten Triebe. Außerdem besitzt er einen nicht so kräftigen Geschmack.

Für die Broken-Tees und die Fannings gibt es ein ähnliches Sortierungssystem. Da liest man zum Beispiel Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe (TGFBOP). Für den richtigen Teekenner sind diese Sortierungskriterien und Namen nun leicht durchschaubar. Als Nicht-Teetrinker wird man ob der Flut von Begriffen, Namen und Abkürzungen vielleicht schnell resignieren und lieber auf die im Handel auch erhältlichen Teebeutel-Tees zurückgreifen. Macht man sich allerdings die Mühe und arbeitet sich in das Thema ein, wird man neben den unterschiedlichen Herstellungsverfahren und der Sortenvielfalt auch einiges Interessante über Teekultur, Teegeschichte und auch Teezeremonien erfahren. Denn der Tee ist eben nicht nur ein Beutel voller Tips.

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