Tee aus Indien

Verfasst am Samstag, 3. Oktober 2009

Obwohl die Teekultur in Indien zumindest im Vergleich mit fernöstlichen Anbaugebieten wie China noch relativ jung ist, gehört Indien doch global zu den wichtigsten Teeerzeugern.
Historisch wurde dort erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem extensiven und auf den weltweiten Export ausgerichteten Anbau begonnen. Die Wurzeln dieser landwirtschaftlichen Entwicklung liegen in seiner kolonialistischen Geschichte, da Indien bis zur ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (1947) als Hoheitsgebiet des 'British Empire' vom britischen Gouverneur in Kalkutta regiert wurde. Ebenfalls im dortigen botanischen Garten gelang es dem britischen Wissenschaftler Dr. Wallisch, Stecklinge aus ursprünglich chinesischen Teesamen zu ziehen.

Zufälligerweise zeitgleich wurde im Regenwald Assams im Nordosten Indiens eine dem chinesischen Teestrauch vergleichbare, aber tropische Abart der Teepflanze entdeckt, die bis auf 20 Meter wächst: der Assam-Teebaum. Nach einigen Jahren des Experimentierens entstand die erste Teeplantage Indiens, und schon in den späten Dreißiger Jahren konnte der erste geerntete Tee nach England exportiert werden.
Seitdem hat sich Tee zu einem der landwirtschaftlichen Hauptexportgüter Indiens entwickelt. Der von Teekennern geschätzte, hochqualitative, indische Tee kommt unter anderem aus vier Anbaugebieten: Darjeeling, Assam, Sikkim und Nepal, die im Folgenden etwas näher näher betrachtet werden sollen.

Darjeeling
Der Schwarze Darjeeling Tee und Grüne Darjeeling Tee kommt aus einem an den Südhängen des Himalaya Gebirges gelegenen Anbaugebiet und wird in einer Höhe von etwa 2000 Metern bei ausdauernder Gebirgssonne und kühlen Nächten angebaut. Gleichzeitig werden die Pflanzenblätter nicht zu groß, dass das Höhenklima ihr Wachstum schmälert und so ein intensiveres, konzentrierteres Aroma produziert.
Abhängig von der Erntezeit, wird diese edle Teesorte in verschiedene Pflück-Gruppen eingeteilt. Die erste Pflückung (first flush) folgt auf den Frühjahrsmosum zwischen März und Mai. Der Tee, der dieser allerersten Wachstumsperiode entspringt, ist zart-blumig und fein-herb.
Aus der Zwischenpflückung im Monat Mai, die zwischen der ersten und zweiten Pflückung stattfindet, entsteht ein blumiger, schon kräftigerer Tee mit einem angedeutet würzigen Aroma. Die darauffolgende zweite Pflückung (second flush) in den Monaten Juni und Juli liefert sehr rund-aromatischen Tee mit vollmundiger Qualität.
Die Herbstpflückung schließlich, die zwischen Sommermosum und Winter geerntet wird, führt zu einem gleichfalls aromatischen, aber auch milden Geschmack.

Assam
Im nordindischen Assam liegt der ausgedehnteste Teedistrikt der Welt, der sich zu beiden Seiten des Brahmaputras verteilt. Auf etwa 200 Teeplantagen wächst hier ein ausgeprägt kräftiger und würziger Tee, der etwa fünfzig Prozent der gesamten, indischen Teeproduktion ausmacht. Im Gegensatz zum empfindlicheren Darjeeling kann der Schwarze Assam Tee auch mit härterem Wasser zubereitet werden, und eignet sich hervorragend für Schwarztee Mischungen, die sogenannten Blends.

Sikkim
Ebenfalls in Nordindien liegt das Anbaugebiet des Distriktes Sikkim. Es liefert einen dem Darjeeling in vieler Hinsicht ähnlichen Tee, der ausgesprochen aromatisch schmeckt, aber viel weniger bekannt ist. Sikkim Tee ist jedoch ein echter Geheimtipp unter Kennern von indischem Tee, und für seine gleichbleibende, wohlschmeckende Qualität bekannt.

Nepal
Ebenfalls seltener getrunken ist nepalesischer Tee - völlig zu Unrecht. Im Himalaya gelegen, sind die Anbauflächen Nepals relativ klein und werden zumeist als Kooperativen geführt. Der Ertrag liegt demzufolge bei nicht mehr als 150 Kilogramm Tee pro Hektar, der im Geschmack dem Darjeeling ebenfalls ähnelt, durchgängig leicht herb, aber rund und vollmundig schmeckt.

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