Süßholzraspeln ausdrücklich erwünscht!

Verfasst am Montag, 24. November 2008

Die Redewendung "Süßholz raspeln" ist meist eher im negativen Sinne zu verstehen, geht es doch primär darum jemanden zu becircen, sich auf plumpe Art und Weise einzuschmeicheln und um viele, viele leere Worte.
Die Pflanze selbst hält jedoch ihre Versprechen. Schon seit Jahrtausenden kennt man die heilsame Wirkung dieses staudenartigen, im Mittelmeerraum beheimateten Gewächses. Die Extrakte aus seinen Wurzeln gelten als schleimlösend, entgiftend, hustenstillend und entzündungshemmend. Süßholz hilft bei Erkältungen, Darmträgheit, Bronchitis, Asthma, Allergien, Rheuma oder Gicht und in der Gewürzheilkunde wird ihm zudem eine allgemein harmonisierende Wirkung zugeschrieben.

Viele von uns "raspeln Süßholz" weitaus öfter, als uns eigentlich bewusst ist. Die Extrakte der Süßholzwurzel spielen heutzutage eine bedeutende Rolle in der Süßwarenindustrie und sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. So ist zum Beispiel das Aroma der Lakritze auf ein in der Rinde der Süßholzwurzel enthaltenes Glycosid zurück zu führen. Hierbei handelt es sich um die Glycyrrhizinsäure, die 50mal süßer als normaler Vollrohrzucker ist und als natürliches Süßmittel dient. Die botanische Bezeichnung "Glycyrrhiza" der Pflanze stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "süße Wurzel" - daher auch der heute bei uns gebräuchliche Name "Süßholz".

Noch besser als in Lakritze kann das Gewürz seine heilsame Wirkung allerdings in seinem ursprünglichen Zustand entfalten, d.h. als getrocknete Süßholzstangen oder Süßholzwurzel. Wenn man das Süßholz einfach nur kaut, kommt man nicht nur in den Genuss seines vollen Aromas, sondern pflegt nebenbei noch seine Zähne. Früher wurde es in Form von einer Paste sogar gegen Zahnfäule eingesetzt, denn es wirkt der Säurebildung in unserem Mund entgegen und schützt die Zähne vor weiterer Karies. Süßholz wird auch heute noch gerne den kleinen Kindern zum Beißen gegeben, als Hilfe und Unterstützung beim Zahnen.
Bei den Erwachsenen dient es zuweilen auch als Ersatz für den Glimmstängel. Die Wirkstoffe der Wurzel sollen das Verlangen nach Nikotin nachweislich zügeln.

Aus Süßholzwurzeln kann man aber noch viel mehr machen, z.B. eine herrliche Kanne Tee zubereiten. Hierfür werden die Wurzeln einfach mit kochendem Wasser übergossen und nach etwa 10-15 Minuten kann das schmackhafte Gebräu schon serviert werden. Aufgrund seiner wohltuenden Eigenschaften ist es nicht weiter verwunderlich, dass in Magen- und Darmtee sowie in Brust- und Hustentee meist etwas Süßholz enthalten ist.
Ob nun in Form von Lakritze oder als gesunder Tee, besonders jetzt während der kalten, dunklen Monate tun uns die heilsamen Extrakte der Süßholzwurzel gut. Sie stärken unser Immunsystem, ihre antibakterielle Wirkung hilft uns bei Erkältungen, Halsschmerzen oder Husten und laut neuesten Studien kann die süße Wurzel selbst Viren erfolgreich bekämpfen. Und wenn der Magen in stressigen Zeiten etwas leidet, dann wirkt eine Tasse Süßholz Tee oftmals wahre Wunder! Ein klein wenig Süßholz Raspeln schadet also nie und ist in diesem Fall sogar ausdrücklich erwünscht!

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