Strom aus Tee

Verfasst am Donnerstag, 8. Mai 2008

Das man durch Grünen Tee und Schwarzen Tee einen Energieschub bekommen kann, wussten passionierte Teetrinker schon immer. Allerdings wäre wohl kaum ein Teefreund auf die Idee gekommen, dass sich aus Tee Strom gewinnen lässt. Doch der aktuelle Preisanstieg auf dem Energiemarkt lässt viele Menschen über alternative Möglichkeiten zur Energiegewinnung nachdenken.

Auf die ungewöhnliche Idee, Tee zur Stromerzeugung einzusetzen, kam Leonhard Möckl, der an dem Wettbewerb "Jugend forscht" teilgenommen hat. Leonhard, der bei seiner Teilnahme die achte Klasse besuchte, arbeitete für sein Experiment mit so genannten Grätzel-Zellen. Diese Zellen stammen aus dem Bereich der Bionik und wurden von dem schweizer Forscher Michael Grätzel entwickelt. Normale Solarzellen verwenden ein Halbleitermaterial, beispielsweise Silizium, welches die für die Stromerzeugung nötigen Elektronen liefert. Grätzel-Zellen verwenden für diesen Vorgang statt des Halbleiters organische Farbstoffe, wie Chlorophyll und Fruchtfarbstoffe. Dabei sind die Zellen sehr einfach aufgebaut. Sie bestehen aus zwei Glasplatten, einem elektrisch leitendenden Material wie zum Beispiel Titanoxid oder Graphit und eben einem organischen Farbstoff. Als Vorbild für dieses Prinzip dient die Photosynthese der Pflanzen. Hier wird mit Hilfe des Chlorophylls oder Blattgrün das Sonnenlicht in Energie umgewandelt.

In dem Experiment wurden nun verschiedene pflanzliche Farbstoffe auf ihre Wirksamkeit hin getestet. Dabei fielen dem jungen Forscher auch verschiedene Tees in die Hände, unter anderem Teemischungen mit Hagebuttenschalen und Hibiskusblüten. Diese erwiesen sich im Laufe des Experiments als besonders ergiebig im Bezug auf die Erzeugung von Strom. Noch ergiebiger war der Farbstoff Anthocyane aus Himbeermark. Im Laufe der Versuchsreihen konnte die Leistung der Zellen erheblich gesteigert werden. War am Anfang noch eine starke Halogenlampe nötig, um überhaupt einen messbaren Strom zu erzeugen, konnten die Zellen am Ende sogar zum Betrieb einer kleinen Wetterstation genutzt werden. Dazu benötigten sie nur noch das Licht einer einfachen Neonröhre.

Mit seiner Forschung konnte Leonhard schon einige Achtungserfolge erzielen, allerdings lässt sich die Technik noch nicht in großem Stil einsetzen. Bis dahin werden wohl noch viele Kannen voll Tee gekocht werden. Der junge Chemiker will sich auf jeden Fall weiter auf diesem Gebiet betätigen, man darf also auf neue Ergebnisse gespannt sein.

Kommentare

1 Artikel

pro Seite
hypnosetherapiezentrum.de 16. Juni 2008

Mit der Energie ist das Chi gemeint. In China wird vor und nach Akkupunkturbehandlungen Tee getrunken um die Energie besser zum fließen zu bringen.
Davon ab, finde ich das grüner Tee eines der besten Getränke überhaupt ist.

Einen Kommentar schreiben

Nur registrierte Kunden können Bewertungen abgeben. Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich