Kenia-Krise lässt Teepreise steigen

Verfasst am Donnerstag, 28. Februar 2008

Eine Meldung, die Teeliebhaber aufschrecken lässt: die Preise für Schwarzen Tee und Grünen Tee werden wahrscheinlich bis zu 6% steigen. Das berichtet zumindest Die Zeit und beruft sich auf Informationen, welche die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Verfügung gestellt hat.
Der Staat im Osten Afrikas produziert etwa 28% des weltweit gehandelten Tees und ist damit einer der größten Teeproduzenten der Welt. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, als dass Kenia und Afrika im Allgemeinen keine klassischen Teeanbaugebiete sind. Die Teeplantagen sind relativ jung, viele wurden erst nach dem 1. Weltkrieg von Engländern angelegt. Seitdem steigt der Ausstoß an Tee beständig und von der Menge und der Qualität her ist Kenia durchaus konkurrenzfähig. Der kenianische Tee ist reich an Gerbsäuren und hat deswegen einen sehr kräftigen Geschmack. Kenia hat nicht besonders viele Bodenschätze und ein großer Teil der Bevölkerung lebt vom Anbau und Export landwirtschaftlicher Güter wie Kaffee und Tee.

Deswegen sind die Unruhen ein schwerer Schlag für das Land. Die sogenannte Kenia Krise brach nach den Präsidentschaftswahlen im Januar aus. Die Opposition in Kenia wirft dem Präsidenten Mwai Kibaki Wahlbetrug vor und will seinen Wahlsieg nicht anerkennen. Seit dem gibt es in Kenia immer wieder blutige Unruhen und diese beeinträchtigen den Anbau, die Ernte und den Export des Tees. So haben viele große Teeproduzenten ihre Produktion vorübergehend eingestellt, nicht zuletzt, weil viele Pflücker vor den Unruhen geflohen sind. Außerdem sind der Hafen und die Börsen in der Hauptstadt Mombasa betroffen, von einem normalen und geregelten Handel und Export kann nicht die Rede sein. Mombasas Teebörse verzeichnet Preissprünge, die man bisher so nicht kannte, oft finden Auktionen erst verspätet statt.
Die Unruhen in Kenia sind aber nur ein Grund für die steigenden Preise. Vor den Unruhen herrschte eine große Trockenheit, wodurch die Tee-Ernte ohnehin geringer ausfallen dürfte als im letzten Jahr.

Laut einer Aussage von Monika Beutgen, ihres Zeichens Vorsitzende des Deutschen Teeverbands, ist Deutschland von den steigenden Preisen nur indirekt betroffen, weil nur sehr wenig kenianischer Tee in den deutschen Handel kommt. Der Hauptabnehmer für Tee aus Kenia ist normalerweise Pakistan, der zweitgrößte Teeimporteur der Welt. Da die Lieferungen aus Kenia im Moment nicht gesichert sind, versuchen die Importeure, ihren Bedarf anderweitig zu decken - und das treibt den Weltmarktpreis in die Höhe.