Die Teepflanze in der Botanik

Verfasst am Sonntag, 4. November 2007

So manch einer fragt sich, wenn er eine Tasse dampfenden Tee genießt, woraus wird er eigentlich hergestellt - der Tee?

Die Teepflanzen sind Teesträucher. Sie gehören zur Gattung der Kameliengewächse innerhalb der botanischen Familie der Theaceae. Es gibt zwei Ursprungsarten der Teepflanze. Die Botanik bezeichnet sie als "Thea sinensis" und "Thea assamica". Sie werden aber auch "Camellia sinensis" und "Camellia assamica" genannt. Allerdings ist man sich nicht einig darüber, welche dieser beiden Pflanzen die eigentlich ursprüngliche ist.

Die Teepflanze, deren kurzstielige Blätter für die Gewinnung von Tee genutzt werden, ist ein immergrünes Baumgewächs. Die Blüten der Teepflanze haben eine gelblich-weiße Farbe. Die Teepflanze trägt auch Früchte. Diese sind vergleichbar mit Haselnüssen. Die Blätter sind lederartig und haben einen gezahnten Rand. Ein feiner Flaum bedeckt die Unterseiten von den jüngeren Blättern, ebenso wie die Blattknospen.

Foto: Die Teepflanze in der Botanik
Vegetative Teevermehrung
© teeverband.de

Die Thea sinensis wird auch Chinapflanze genannt, weil sie ursprünglich aus China kommt. Die Thea assamica stammt ursprünglich aus dem Gebiet Assam. Sie wird deswegen auch Assampflanze genannt.

Beide Pflanenzarten müssen regelmäßig geschnitten werden. Denn bei einer Höhe von ungefähr einem Meter, können die Pflücker die Blätter am besten ernten. Zudem ist nur durch regelmäßiges Beschneiden gewährleistet, dass der Strauch immer wieder neue Triebe entwickelt. Man schneidet die Sträucher noch bevor sie blühen und Früchte tragen. Unbeschnitten wird die Thea sinensis in etwa drei bis vier Meter hoch, die Thea assamica hingegen erreicht eine Höhe von bis zu 15 Metern.

Die Thea assamica entwickelt größere Blätter als die Thea sinensis. Außerdem ist der Ertrag bei der Thea assamica höher.

Die kleineren und zarteren Blätter der Thea sinensis gedeihen sehr gut in den gemäßigten Klimazonen. Sie vertragen sogar den einen oder anderen Frost. Die Thea assamica hingegen benötigt eine recht konstante Temperatur und viel Wärme.

Da beide Teepflanzen recht empfindliche Gewächse sind, wurde immer wieder versucht, sie zu kreuzen. Die daraus entstandene Assam-Hybride ist das widerstandsfähigste Ergebnis. Sie wird daher mittlerweile als Pflanzmaterial für die meisten Anbaugebiete genutzt.

Die Wurzel der Teepflanze nennt man in der Botanik Pfahlwurzel. Sie wird bis zu sechs Meter lang. Daher muss der Boden nährstoffreich und gut durchgelüftet sein.

Interessant ist, dass die Geschmacksrichtungen eines Tees sehr variationsreich sind. So findet man auf einer Teeplantage immer verschiedene Sorten von Tee. Das ist auch abhängig von der Jahreszeit. Weitere Faktoren, wie Bodenbeschaffenheit und Klimabedingungen beeinflussen den Geschmack von Tee. Auch das Produktionsverfahren spielt eine Rolle.

So ist ein weiter Weg von dem in der Botanik bekannten Kameliengewächs bis hin zum dampfenden Tee in der Tasse.