Die Teeauktion

Verfasst am Dienstag, 24. November 2009

Nachdem Tee sortiert und abgepackt ist, wird er noch im Herkunfts- beziehungsweise Produktionsland auf Teeaktionen zum Verkauf angeboten. Hierfür landet er zunächst in den zu den jeweiligen Teeauktionen gehörenden Lagerhäusern, wo der Tee registriert wird und unabhängige Qualitätsproben entnommen werden können.

Diese Proben werden vorab von Maklern und zu den Käuferhäusern gehörenden, ausländischen Testern verkostet. Je nach Ergebnis bieten die Kunden dann einen Preis für die von ihnen ausgesuchten Sorten und Mengen. Dieser Preis richtet sich primär nach der Qualität des Tees und dem momentanen Angebot auf dem globalen Markt. Das bedeutet auch, dass die Teeerzeuger mit keinerlei Garantie hinsichtlich eines bestimmten Preises für ihre Ware rechnen können. Dieser ist zur Hauptsache von der jeweiligen Einkaufspolitik der multinationalen Lebensmittel-Konzerne abhängig, die den weitaus grössten Anteil der Abnehmer stellen.
Die Teeauktionen werden von Veranstaltern, den Teemaklern, geleitet, die als Vermittler zwischen den aus aller Welt anreisenden Vertretern der grossen Teehandelshäusern als Abnehmern und den herstellenden Teefabriken fungieren.

Die Teeauktionen finden in der Regel wöchentlich statt und können dabei auf eine Umschlagssumme von bis zu 10.000 Tonnen Teemenge kommen; durchschnittlich kommen jedoch pro Auktion etwa 6.000 Tonnen in den Handel, die oft von mehr als 200 Händlern ersteigert werden. Die grössten und umschlagsstärksten Auktionsorte sind in Indien Calcutta, Guahati und Cochina, in Sri Lanka Colombo, in Indonesien Djakarta, in Kenia Mombasa und in Kamerun Limbe. Lange gab es auch in Europa einige Auktionsplätze, darunter Amsterdam und Antwerpen. Diese haben jedoch zunehmend und auch im Zuge der Globalisierung, an Bedeutung verloren. Der berühmteste Teehandelsplatz in London hat sogar Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts seine Pforten endgültig geschlossen.

Die größte Teeauktion weltweit ist außerdem auch noch eine der historisch ältesten und findet in Colombo auf Sri Lanka statt. Zu den jüngsten zählen Teeauktionen in Afrika, darunter zum Beispiel die Teebörse in Nairobi, die im Jahr 1957 den Betrieb aufgenommen hat. Besonders bekannt sind die indischen Teeauktionen in Kalkutta oder Guwahati. In Kalkutta ist ungewöhnlicherweise sogar an zwei Wochentagen Auktion; ca. 100 Millionen Kilo Tee werden so pro Jahr versteigert.

Die Nachfrage regelt sich dabei über die Beliebtheit einzelner Teesorten und ihren proportionalen Anteil in den Hausmischungen der Teehändler. Diese Teemischungen werden von den Teatastern im Vorfeld genau festgelegt; das Profil der respektiven Teekompositionen ist daher ausschlaggebend für den Erfolg eines Tees auf der Auktion. Tee, der auf der Auktion weniger beliebt ist oder aufgrund einer Überproduktion nicht versteigert werden kann, fließt nach Ablauf der Auktion zurück in den lokalen Handel.