Die japanische Teezeremonie

Verfasst am Freitag, 18. Juli 2008

Wenn man das Wort Teezeremonie hört, denkt man eigentlich sofort an eine japanische Geisha, die im seidenen Kimono vor einem Teetisch kniet und Tee zubereitet. Doch zur japanischen Teezeremonie gehört mehr. Sie entstand aus der chinesischen Teezeremonie und hat diese weiter verfeinert und ritualisiert. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Art der Teezubereitung und des Teegenusses, sondern viel mehr um eine vom Zen beeinflusste Lebenseinstellung. Das spiegelt sich auch im japanischen Namen "chadō" (auch sadō oder chanoyu) wieder, was in der genauen Übersetzung Teeweg und nicht einfach nur Teezeremonie bedeutet.

Foto: Teezeremonie
Teezeremonie | © Stephane D'Alu

Die Japaner übernahmen das Teetrinken etwa 600 n.Chr. von den Chinesen. Aber erst Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die klassischen Regeln von Sen no Rikyū aufgeschrieben. Der Teemeister legte für den Teeweg vier Prinzipien fest.

  • "Wa" bezeichnet die Harmonie, die während der Zeremonie spürbar sein soll.
  • "Kei" bedeutet Ehrfurcht, Hochachtung und Respekt. Kei gilt den Anwesenden untereinander und auch den Gegenständen der Teezeremonie.
  • "Sei" ist die Reinheit und wird nicht nur durch die Reinigung der Gegenstände und die rituellen Waschungen symbolisiert, sondern drückt auch aus, dass die Teilnehmer sich von den Sorgen des Alltags befreien. Durch die Ausübung dieser drei Prinzipien wird schließlich auch
  • "Jaku", die Stille und Gelassenheit erreicht.

Für die Teezeremonie gibt es eigens zu diesem Zweck gebaute Teehäuser, die äußerst schlicht eingerichtet sind und nur durch eine niedrige Tür betreten werden können. Nichts im Inneren soll von der Zubereitung und dem Genuss des Tees ablenken. Die Gäste können das Teehaus nur gebückt betreten, dadurch wird der Respekt und die Demut gefördert.

Sobald alle Gäste versammelt sind, beginnt der Teemeister mit der Reinigung der Utensilien. Meistens wird, wie bei der chinesischen Teezeremonie, pulverisierter grüner Japan Tee, sogenannter Matcha Tee, verwendet. Er wird in einer gereinigten und angewärmten Matcha Schale mit heißem Wasser aufgegossen und mit einem Matcha Bambusbesen schaumig geschlagen. Dem wichtigsten Gast steht es zu, als Erster zu trinken. Jeder Gast trinkt drei Schlucke aus der Matcha Schale, wischt den Rand mit einer eigenen Serviette ab und reicht sie an seinen Sitznachbarn weiter. Der Tee wird geschlürft, um ihm zusätzlichen Sauerstoff zuzuführen und den Geschmack zu verbessern. Die Zeremonie verläuft schweigend. Erst wenn alle Gäste getrunken haben, erkundigen sich die Gäste nach dem Tee und bewundern die verwendeten Gegenstände. Diese sind meist kunstvoll gefertigt und sind vom Gastgeber eigens für die Zeremonie ausgewählt. Danach wird meist noch ein Aufguss mit leichtem Tee zubereitet und die Zeremonie klingt aus.

Zur Teezeremonie werden meist leichte Speisen, Suppen und Süßigkeiten gereicht.
Diese kunstvolle Art der Teezubereitung nimmt einige Zeit in Anspruch und wird in Japan auch heute noch praktiziert. Mittlerweile gibt es aber auch hier in Deutschland Schulen, in denen man den Teeweg erlernen kann.

Empfehlungen zum Blog-Artikel

Bancha Japan Tee

Bancha Japan Tee

ab 3,35 €
Gyokuro Japan Grüntee

Gyokuro Japan Grüntee

ab 16,70 €
Gabalong Japan Tee

Gabalong Japan Tee

ab 8,60 €
Hojicha Japan Tee Bio
Label

Hojicha Japan Tee Bio

ab 5,20 €

Einen Kommentar schreiben

Nur registrierte Kunden können Bewertungen abgeben. Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich