Arzneipflanze des Jahres 2009 - Fenchel

Verfasst am Sonntag, 22. Februar 2009

Seit 1999 kürt der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg die Arzneipflanze des Jahres. In diesem Jahr wurde der Fenchel wegen seiner heilenden Wirkung bei Verdauungs- und Erkältungsbeschwerden ausgewählt. Fenchel ist als Arzneipflanze seit dem Altertum bekannt und fand schon bei den Römern, Griechen und Ägyptern Verwendung. Aber auch im fernen Osten wussten die Chinesen und Inder die Heilkraft des Fenchels zu schätzen.

Foto: Fenchelblüte
Fenchelblüte | © Stella-pixelio.de

Der Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er braucht nährstoffreichen Boden mit viel Wärme, um gedeihen zu können. Als Grundlage für Tees und Öle werden meistens die Früchte bzw. Samen der Pflanze verwendet, in seltenen Fällen auch die Knolle oder Wurzel. Die Früchte enthalten ein ätherisches Öl, das zum größten Teil aus trans-Anethol und Fenchon besteht. Das Anethol ist für den anisartigen Geruch verantwortlich. Das Fenchon ist in geringerer Konzentration enthalten und schmeckt bitter.

Die Mischung der verschiedenen ätherischen Öle löst Krämpfe und erhöht die Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes. Vor allem in der Kinderheilkunde wird der Fenchel Heilkraut Beuteltee gerne angewendet, da er sehr mild ist. Es gibt kaum einen Haushalt mit Kleinkindern, in dessen Teeregal sich nicht ein Päckchen Fencheltee fände. Gerade in der Übergangszeit, wenn die Ernährung der Kinder umgestellt wird, leiden diese häufig unter Verdauungsbeschwerden. Seine hilfreiche Wirkung kann der Fenchel als Tee oder als Öl entfalten. Für Fencheltee sollte man das Wasser vor dem Überbrühen kurz abkühlen lassen und die Teekanne während des Ziehens abdecken, damit die ätherischen Öle sich nicht verflüchtigen. Für Kleinkinder süßt man den Tee dann mit Honig und lässt in auf etwa 35°C abkühlen. Bei Blähungen kann das ätherische Öl mit etwas Fett oder Pflanzenöl vermischt und auf den Bauch aufgetragen werden. Dann mit der Handfläche im Uhrzeigersinn einmassieren. Ätherische Öle können bei empfindlicher Haut Reaktionen hervorrufen und sollten deswegen nicht pur verwendet werden.

 

Fenchel wird meistens mit Anis und Kümmel als Teemischung (Anis-Kümmel-Fenchel Kräutertee) angeboten, da beide Pflanzen ähnliche Wirkungen haben. Anis enthält, genau wie der Fenchel, viel Anethol und der Kümmel hilft ebenfalls bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden. Diese Mischung ist so bekannt, dass wir ihr bereits einen eigenen Artikel "Anis, Fenchel und Kümmel Tee - ein starkes Team" gewidmet haben.
Außerdem wirken die ätherischen Öle des Fenchels schleimlösend bei Husten und lässt Entzündungen im Hals- und Rachenraum abklingen.

Allerdings sollte man Fencheltee in Maßen genießen. Fenchel und Anis enthalten die Stoffe Estragol und Methyleugenol, die in hoher Konzetration als schädlich eingestuft werden. Man sollte Tees aus beiden Pflanzen deswegen nicht dauerhaft in hoher Konzentration zu sich nehmen.

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Kommentare

1 Artikel

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Nele 2. März 2009

Fenchel ist schon etwas wirklich Feines. Wirkt auch bei mir sehr beruhigend. Wußtest du schon, dass gleichzeitig die Ringelblume zur Heilpflanze des Jahres gekürt wurde? Nur eben von einer anderen Organisation, die diese Titel immer parallel vergeben.

Antwort:
Hallo Nele,

Dein Hinweis war uns bekannt. Haben schon in unserem Gewürz-Blog über die „Ringelblume – Heilpflanze des Jahres 2009“ berichtet.

Gruß Kay

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